Die Berliner Jugendfeuerwehr gilt mit seinen über 1000 aktiven Mitgliedern im Alter von 8 bis 18 Jahren als größte, rein ehrenamtlich geführte Jugendorganisation Berlins. Die 49 Jugendgruppen, die über das gesamte Stadtgebiet verteilt sind, werden von rund 350 ehrenamtlichen Erwachsenen betreut.

In den letzten Jahren zeigte sich zunehmend der Bedarf an psychosozialer Betreuung. Sowohl die Jugendlichen selbst, als auch die Betreuenden identifizieren sich stark mit der Feuerwehr. Hieraus ergibt sich ein besonderes Vertrauensverhältnis, welches in dieser eigenen Peer-Group als Kameradschaft bekannt ist. Es ist also selbstverständlich, dass die jugendlichen Mitglieder sich als Teil der "Feuerwehr-Familie" fühlen und sich mit allen Belangen kameradschaftlich an ihre Betreuenden wenden. Hierzu gehören zunehmend auch psychosoziale Themen, die besonders seit der Corona-Pandemie deutlich zugenommen haben und über die internen Themenbereiche der Jugendfeuerwehr hinaus gehen. Bisherige Erkenntnisse ergeben sich nicht zuletzt aus dem jährlich stattfindenden Schulungslager mit etwa 500 Teilnehmenden, bei der von A wie Angst, über L wie Liebeskummer oder S wie Suizidgedanken bis hin zu Z wie Zwangsstörungen alle Probleme zu erkennen sind, die das Leben von Heranwachsenden so mit sich bringt. Daher erscheint es absolut notwendig, sowohl die Betreuenden, als auch die jugendlichen Mitglieder selbst, zu schulen und ein spezielles Angebot hierfür zu schaffen.

Sinn und Zweck soll es sein, mit einem Auftaktprojekt die genauen Bedarfe zu evaluieren, Prioritäten festzulegen, erste Aufklärungsarbeit zu leisten und ein Team innerhalb der Berliner Jugendfeuerwehr zu etablieren, dass ein entsprechendes Betreuungsangebot ausbaut. Aus jetziger Sicht stehen vor allem präventive Maßnahmen, Workshops und Seminare aber auch Beratung und Weitervermittlung im Fokus der zukünftigen Aufgaben der psychosozialen Unterstützungsgruppe der Berliner Jugendfeuerwehr (PSU).

Die Projektgruppe PSU wird hierzu ein Auftakt-Workshop planen und durchführen, bei dem eine repräsentative Gruppe aus Jugendlichen und Betreuenden über das Thema "resiliente Jugendfeuerwehr" erstmalig konfrontiert und darüber die gesamte Berliner Jugendfeuerwehr sensibilisiert werden wird. Die sich hieraus ergebenden Ergebnisse und Bedarfe werden die tatsächliche Arbeit der PSU genauer definieren. Weitere Schritte leiten sich somit hieraus ab. So soll sich das Projekt intrinsisch, also mit einer Akzeptanz durch hohe Beteiligung, in der Berliner Jugendfeuerwehr etablieren.

Wie bei der (Jugend-)Feuerwehr üblich, erwarten wir eine Übernahme des Projektes auch in anderen Landesjugendfeuerwehren. Die Berliner Jugendfeuerwehr ist Mitglied in der Deutschen Jugendfeuerwehr, in der alle 16 Bundesländer mit ihren Landesjugendfeuerwehren organisiert sind. Über diese unabhängige Struktur kann das PSU-Projekt leicht multipliziert werden. Wir sehen der deutschlandweiten Sozialisierung von PSU-Teams daher sehr positiv entgegen.

 

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